Japanisches Papier

Die Japaner sagen"Washi", "Wa" bedeutet Japanisch, "shi" ist Papier.  Es wird aus den Bastfasern verschiedener Bäume hergestellt, die in Japan heimisch sind. Washi ist ein traditionell gefertigtes säurefreies Papier.

Die Kunst der Papierherstellung wurde schon 610 vor Christus von buddhistischen Mönchen in Japan eingeführt.  Sie schrieben ihre 'Sutras' darauf.  Am Ende des 18. Jahrhunderts waren in Japan mehr als 100.000 Familien in der handwerklichen Papierherstellung tätig. Heute sind es nur noch ein paar Hundert. Die Herstellung dieses Papiers ist so zeitraubend, daß es in der japanischen Kultur als eine Tugend gilt, kein Papier zu verschwenden.


Die Produktion

Washi wird aus Pflanzenteilen von Kozo (eine Art der Maulbeere), Mitsumata und Gampi hergestellt. Von den Sträuchern werden ein Meter lange Stängel abgeschnitten und gebündelt, sie wachsen von alleine wieder nach. Zuerst kommen die Teile in einen Kessel mit kochendem Wasser, damit der Bast sich löst. Der Bast wird dann abgeschält, getrockent, einige Tage in kaltes fließendes Wasser gelegt und aufs neue gekocht. Dadurch werden die Fasern seidenweich.

Mit großen Holzhammern werden die Fasern dann zerkleinert, mit Wasser und einem Leimstoff aus der Hibiskuswurzel, toroai oder neri, gemischt. Der Papiermacher schöpft den Faserbrei  jetzt gleichmäßig auf den Rahmen.  Dieser ist aus gewebtem Bambus und Pferdehaar und heißt Sugeta. Die nassen Bögen werden aufeinander gelegt, das überschüssige Wasser wird herausgepresst. Jetzt werden die Bögen in der Außenluft zum Trocknen hingelegt.

Washi-Fasern sind weich und sehr reißfest. Washi-Papier nimmt besonders gut Tinte oder Farbstoffe auf. Seit Jahrhunderten werden farbenfrohe Dessins von Hand oder im Blockprint-Verfahren auf das Papier gedruckt. Mit ihren detaillierten Motiven und leuchtenden Farben eignen sich diese besonderen Papiere für viele Dekorationszwecke.